Wenn in Deutschland von Volksfesten die Rede ist, denken die meisten Menschen sofort an das Münchner Oktoberfest. Der Bremer Freimarkt ist zwar zumindest im Süden der Republik weniger bekannt, steht aber im Norden Deutschland der Wiesn in Bedeutung und Attraktivität in nichts nach.
Zahlen und Fakten über den Bremer Freimarkt
Hier: zu den Bewertungen des Freimarkts Bremen. Der Freimarkt wird seit fast Tausend Jahren regelmäßig abgehalten. Wie der Name schon verrät, begann die Veranstaltung als Jahrmarkt, der zunächst zweimal jährlich abgehalten wurde. Der Markt erhielt den Namen Freimarkt, weil während seiner Dauer jedermann seine Waren anbieten konnte. Für die meiste Zeit seiner Geschichte war der Freimarkt überwiegend ein Verkaufsmarkt, obwohl auch schon im Mittelalter Gaukler und Fahrendes Volk ihre Kunststücke vorführten. Erst im 19. Jahrhundert begann der Bremer Freimarkt Volksfestcharakter anzunehmen. Die mehr als 300 Fahrgeschäfte dominieren heute den Markt. In den letzten Jahren kamen während der Freimarkttage regelmäßig mehr als 4 Millionen Besucher. Im Jahre 2010 wurde der 975. Freimarkt abgehalten. Der Bremer Freimarkt dauert 2012 vom 17. Oktober bis zum 4. November.
Wo genau findet der Freimarkt statt und was erwartet die Besucher?
Im Laufe seiner langen Geschichte wechselte der Freimarkt öfter seinen Standort. Heute findet er auf der Bürgerweide statt, einer Freifläche unweit des Hauptbahnhofs. Dort steht insgesamt eine Fläche von etwas mehr als 10 Hektar als Veranstaltungsgelände zur Verfügung. Parallel dazu findet in der Bremer Altstadt der sogenannte “Kleine Freimarkt” auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus und auf einigen angrenzenden Straßen und Plätzen statt. Der Kleine Freimarkt besitzt einen mehr traditionellen Charakter. Besucher können dort zum Beispiel durch einen Mittelaltermarkt schlendern, sich von Gauklern und Spielleuten unterhalten lassen, mittelalterliche Speisen probieren und Proben alter Handwerkskunst kaufen. Zwischen dem Freimarkt und dem Kleinen Freimarkt verkehrt während der Markttage die Freimarktlinie, eine historische Straßenbahn. Der Freimarkt eröffnet üblicherweise gegen 16 Uhr an einem Freitag. Mitglieder der Schornsteinfegerzunft hängen dem Bremer Roland auf dem Kleinen Freimarkt ein aus Pappe gefertigtes Lebkuchenherz um. Im Bayernzelt findet gegen 18 Uhr der Fassbieranstich durch den Bremer Innensenator statt. Höhepunkt des Freimarkts ist der große Festumzug von mehreren Tausend Teilnehmern am 2. Samstag der Markttage. Er beginnt vormittags in der Neustadt und endet gegen 13 Uhr am Bahnhofsplatz. Die besten Festwagen und Kostüme werden prämiert. Letztes Jahr waren mehr als 200.000 Zuschauer live dabei; das Ereignis wird auch im NDR und Radio Bremen TV übertragen.
img copyright wiw – Fotolia
